Bereits ab Mitte des 19. Jh. wurden erste Elektro- Mechanische Klangerzeuger entwickelt. Die Erkenntnisse aus der Kommunikationstechnik übten dabei einen maßgeblichen Einfluss aus.[1] So entstanden zu Beginn des 20. Jh. erste, auf elektronische Weise funktionierende, Geräte.[2] Diese waren in Ihrem Klang noch recht eingeschränkt und wurden weitestgehend nicht über ihr Entwicklungsstadium hinaus vollendet. Folglich fanden sie in der Öffentlichkeit kaum Bedeutung. Es gibt daher wenig Informationen oder gar Klangbeispiele solch früher Apparate. Das erste bedeutsame elektronische Instrument war das Ätherophon, das später nach seinem Erfinder in Theremin umbenannt wurde. Leon T. stellte es im Jahr 1919 fertig. Zu seiner Popularität trugen neben klanglichen Aspekten vor allem seine imposante Bedienweise bei.
Elektrische Musikinstrumente
Bis zum Ende der 40er Jahre wurden im allgemeinen Verständnis sämtliche Instrumente, bei denen in irgendeiner Art und Weise Strom zum Einsatz kam, als „elektrische Musikinstrumente“ zusammengefasst. Ganz egal ob es sich dabei um elektro-akustische, elektro-mechanische, elektromagnetisch-mechanisch-akustische oder um elektronische Instrumente, nebst diverser Mischformen, handelte. Die resultierende Musik solcher Klangerzeuger wurde demnach als „elektrische Musik“ bezeichnet. [3] Die Schwingungserzeugung geschah hier bis auf erste „echt- elektronische“ Instrumente noch weitestgehend mechanisch, z.B. durch Saiten oder Zungen. Diese nicht elektronisch erzeugten Schwingungen wurden also lediglich mittels elektrostatischer, elektromagnetischer oder lichtelektrischer Tonabnehmer in elektrische Schwingungen gewandelt und anschließend elektroakustisch verstärkt. Ein anschauliches Beispiel hierfür ist die E-Gitarre, die um 1930 entwickelt wurde.[4]
Erste Elektronische Musik
Wahrscheinlich verzögert durch den zweiten Weltkrieg, fiel im Jahr 1948 zum ersten Mal im deutschen Sprachraum der Begriff: „Elektronische Musik“(E. M.).[5] Als Wortschöpfer gilt Werner Meyer-Eppler. Dieser definiert in seinem Buch von 1948 mit dem Titel: „Elektronische Musik“ ebenso als einer der ersten diese „Neue Musik“. Für Stockhausen existiert die E.M. hingegen erst seid 1953. Vermutlich deshalb, weil er in diesem Jahr sein erstes Stück veröffentlichte.
Nach Meyer- Epplers verfassten Worten gehören hierzu Instrumente, die auf rein elektronischer Klangerzeugung basieren und bei denen akustische Aspekte währen der eigentlichen Klangentstehung gänzlich ausgelassen werden. Die bloße Beteiligung von „Strom“ ist also nicht für elektronische Musikinstrumente begründend. Bei fast jeder Musik kommt heutzutage Elektrizität zum Einsatz. Dies gilt sowohl für die Produktion als auch für die Reproduktion.[6] Ein Elektronisches Musikinstrument ist also ein Klangerzeuger, bei dem Schwingungen mithilfe von elektrischen Signalgeneratoren erzeugt und diese über Lautsprecher wiedergegeben werden.
Auch das Tonbandgerät kann in diesem Zusammenhang als ein wichtiges musikalisches Hilfsmittel und darüber hinaus im weiteren Sinne als Instrument betrachtet werden, wobei eine ursächlich elektronisch Signalerzeugung nicht garantiert werden kann. Von Klangerzeugung kann beim Tonband jedoch insbesondere dann ausgegangen werden, wenn aufgenommene Signale durch Änderungen der Bandgeschwindigkeit oder der -laufrichtung zu neuen Sounds manipuliert werden.
Die ersten Synthesizer
Mit dem Synthesizer wurde ab 1964 das bedeutendste elektronische Instrument durch Robert A. Moog geschaffen. Er stellte erste Geräte mit der Technik der Spannungssteuerung her, die alle vorher existierenden Studioinstrumente in den Schatten stellten. Die Variationsbreite zur Klangformung eines eingegebenen Grundtones ist bei diesem Instrument gewaltig. Neben der Teiltonzusammenstellung sind hier auch die Hüllkurven der klangfarbenbildenen Ein- und Ausschwingvorgänge wählbar.[7] Die Klangfarbe weiterer Synthesizerentwicklungen wird zunehmend variabler. Damit ist die bereits erwähnte Beschränktheit, sowie die starren unformbaren Klänge, die Buisoni durch die herkömmlichen Musikinstrumente sah, mit diesen Neuerungen der Elektronischen Musik weitestgehend aufgehoben. Sie ist zumindest nicht mehr materiell im Klangerzeuger bzw. Instrument selbst begründet. Anstelle der Instrumente setzen nun eher die Intuition und der Verstand die Grenze des Möglichen. Nicht zu vernachlässigen ist in diesem Zusammenhang die Imagination.
Elektronische Musik mit dem Computer
Mit immer leistungsfähigeren Computern gewinnen auch diese im Zusammenhang mit E.M. zunehmend an Bedeutung und schaffen den Sprung aus dem reinen Experimentierstudio. Mitte der 80er Jahre begann daher in der Musik eine radikale Digitalisierung. Der Begriff „Computermusik“ hat in diesem Zusammenhang wenig mit der Klangerzeugung durch einen Rechner zu tun. Denn die meisten programmierten Algorithmen simulieren überwiegend analoge Geräte. Bis heute können manch nicht- Lineare Verzerrungen nicht identisch analogen Vorbildern simuliert werden. Die digitale Aufarbeitung des alt-analogen ist immer noch Gegenstand der Programmierkunst. Ob also eine Frequenzmodulation analog entsteht oder digital simuliert wird ist nach meinem Verständnis nicht sonderlich relevant. Abgesehen hiervon bleiben klangliche Aspekten unter ästhetischen Gesichtspunkten. Ein mit entsprechender Hard- und Software ausgestatteter „Elektronenrechner“ ist folglich als vollwertiges Elektronisches Musikinstrument anzusehen. Hier vollzieht sich allenfalls der Übergang von nichtlinearen Differentialgleichungen auf lineare oder nichtlineare Differenzialgleichungen. Der Unterschied wird mit steigender Abtastrate beliebig klein.[8]
Mit der „Computermusik“ werden auch Computereigene Kompositionen verbunden. Diese Techniken knüpfen an die frühen Komponiermaschinen ähnlich Winkels „Componium (Amsterdam 1821) an.[9] Die Ergebnisse solcher Ideen haben jedoch kaum Bedeutung. Es macht wenig Sinn, musikalische Entscheidungen mit emotionaler Relevanz auf Maschinen zu übertragen. Dazu bedarf es eines ausgereiften neuronalen Netzwerkes und dieses ist weitestgehend bislang uns Menschen vorenthalten.
Heutzutage spielen Prozessoren (DSP`s) also in weiten Bereichen der Klang- und Musikwelt eine tragende Rolle. Dies ist in den drei Bereichen: Komposition (partitursynthese), Klangerzeugung (durch Simulation), und Klangsteuerung, von maßgeblicher Bedeutung.
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Arial;”>[10] Erst durch den Computer wurden besonders komplexe Klangfarbensteuerungen und Eingriffe durch Synthesetechniken sowie Transformationen umsetzbar. Dementsprechend lassen sich heute durch eine präzise Digitalanalyse des auditiven Materials und der Beachtung physikalischer, physiologischer und psychologischer Aspekte in komplexer Wechselwirkung innerhalb eines Algorithmus sogar Anwendungen wie Time- Strechting, Pitch- Shifting, oder Formantverschiebungen umsetzen. Bei einer physisch- mechanischen Wiedergabe wären bspw. Tonhöhenänderungen bei konstanter Dauer eines Klanges nahezu unmöglich. Revolutionär ist auch ab dem Computerzeitalter das Setzen von Noten in einer Sequenzersoftware oder einem Notationsprogramm. So kann eine Partitur bereits während der Entstehung bzw. Programmierung in „Echtzeit“, durch ein simuliertes Orchester, akustisch dargestellt werden.
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[1] Vgl. Matthias Glodek: Zur Geschichte elektronischer Instrumentein populärer Musik, Hausarbeit zur Erlangung des Grades eines Magister Artium, Ruhr-Universität Bochum 2005, S.10
[2] Vgl. Matthias Glodek: Zur Geschichte elektronischer Instrumentein populärer Musik, Hausarbeit zur Erlangung des Grades eines Magister Artium, Ruhr-Universität Bochum 2005, S.10
[3] Vgl. Artikel Elektronische Musik. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. URL:htp://de.wikipedia.org/w/index.phptitle=Elektronische_Musik&oldid=41707312 (Abgerufen: 4. Februar 2008, 06:57 UTC)
[4] Vgl. Artikel E-Gitarre, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, Internetlink:http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=E-Gitarre&oldid=43529882
[5] Vgl. Martin Czech, von “elektroakustischer” und Elektronischer Musik aus: http://www.zem.de/heft/25/25_von.htm
[6] Vgl. Sonja Diesterhöft: Meyer-Eppler und der Vocoder, im WS 2003/04 im Rahmen des Seminars Klanganalyse und -synthese.
[7] Vgl. Ermanno Briner: Reclams Musikinstrumentenführer, Reclam Verlag, Stuttgart 1988, S.588
[8] Vgl. Martin Czech, von “elektroakustischer” und Elektronischer Musik aus: http://www.zem.de/heft/25/25_von.htm
[9] Vgl. Marc Honegger und Günther Massenkeil: Das Grosse Lexikon der Musik, in acht Bänden, zweiter Band (C bis Elmendorff), Herder Freiburg Verlag, Breisgau 1987, S.190
[10] Vgl. Artikel Elektronische Musik. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. URL:htp://de.wikipedia.org/w/index.phptitle=Elektronische_Musik&oldid=41707312 (Abgerufen: 4. Februar 2008, 06:57 UTC)

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